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Kolloquium Während in der Bevölkerung die Vorbehalte gegenüber der Schulmedizin wachsen, erfreut sich die Paramedizin einer immer größeren Beliebtheit - mit weitreichenden Folgen. Immer öfter glauben Menschen, dass so genannte alternative, sanfte Medizin - bei gleicher Effektivität, mit weniger Nebenwirkungen und zudem preiswerter - jede Form von Krankheit heilen könne. Dies betrifft nicht nur die Erkältung, sondern auch lebensbedrohende Krankheiten wie beispielsweise Infektionen oder Tumore. Dieser Glaube wird nicht zuletzt dadurch befördert, dass immer mehr Ärztinnen und Ärzte Verfahren wie beispielsweise Akupunktur, Homöopathie, Anthroposophische oder auch traditionelle chinesische Medizin in ihren Praxen anbieten, ohne auf deren Kosten bzw. gesundheitliche Risiken hinzuweisen. Auch in der Wissenschaft wächst der Zuspruch für die Paramedizin. Bereits heute können an einem Drittel der medizinischen Fakultäten Wahlkurse in Homöopathie belegt werden. Die Universität Frankfurt/Viadrina steht mit ihrem Studiengang Komplementärmedizin stellvertretend für diese Entwicklung. Der paramedizinische Markt boomt. Etwa 9 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr für die Paramedizin ausgegeben. Bei mittlerweile mehr als 30.000 HeilpraktikerInnen suchen PatientInnen medizinischen Beistand. Diese Entwicklung gilt es von Seiten der Wissenschaft ernst zu nehmen und kritisch zu hinterfragen.
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© 2011 TU-Dortmund, Fachgruppe Biologie und ihre Didaktik